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Kindheit und Jugend
Aurelius Augustinus wurde am 13. November 354 in Thagaste in Numidien
(heute Souk Arhas im Nordwesten Algeriens) geboren. Während seine Mutter,
die heilige Monika, eine fromme Christin war, ließ sich sein Vater Patricius,
ein städtischer Beamter, erst auf dem Sterbebett taufen. Obwohl Augustinus,
dem frühchristlichen Brauch entsprechend, nicht als Kind die Taufe empfing,
erzog ihn Monika im katholischen Glauben. In seiner Heimatstadt besuchte der
äußerst talentierte Knabe die Elementarschule und in der Provinzhauptstadt
Madaura die Grammatikschule. Mit sechszehn Jahren zog er nach Karthago, um Rhetorik zu
studieren. Dort wandte er sich jedoch dem Manichäismus zu. Die Bibel erschien ihm
in dieser Zeit als barbarisch und unverständlich. In Karthago führte Augustinus
ein ausschweifendes Leben, ging eine Verbindung mit einer namentlich nicht bekannten Frau
ein, die bis etwa 384 dauerte und aus der 372 ein Sohn (Adeodatus) hervorging.
Bekehrung
Im Anschluss an seine Studien lehrte Augustinus zunächst in Thagaste und
in Karthago. 383 verlegte er seine Schule nach Rom. In dieser Zeit wandte er sich
auch vom Manichäismus ab und wurde zum philosophischen Skeptiker. Als er 384
die Stelle eines Professors für Rhetorik in Mailand erhielt, leiteten die
Predigten des heiligen Ambrosius, der Bischof der kaiserlichen Residenzstadt war, einen
Bekehrungsprozess bei Augustinus ein.
Augustinus erlebte den Augenblick seiner Bekehrung, in der alle Glaubenszweifel
verschwanden, um den 1. August 386 im Garten seines Mailänder Hauses. Aus einem
Nachbargebäude hörte er die Stimme eines Kindes, die immer wieder, wie im Spiel,
rief: "Nimm und lies (Tolle lege)". Er sah dies als göttliche Fügung an,
öffnete das Buch der Paulusbriefe, das er gerade bei sich hatte, und las: "Lasst uns ehrenhaft
leben wie am Tag, ohne maßloses Essen und Trinken, ohne Unzucht und Ausschweifung, ohne
Streit und Eifersucht. Legt (als neues Gewand) den Herrn Jesus Christus an, und sorgt nicht so
für euren Leib, dass die Begierden erwachen." (Röm 13,13-14).
Nach diesem Ereignis verzichtete Augustinus auf seine Stellung im kaiserlichen Dienst und zog
sich mit einigen Freunden auf ein Landgut bei Cassiciacum zurück. In der Osternacht des
Jahres 387 empfing er aus der Hand des heiligen Ambrosius das Sakrament der Taufe.
Vorbild für die 'Vita communis'
In seine Heimatstadt Thagaste zurückgekehrt, lebte er ab 388 in seinem Elternhaus mit
einigen Gleichgesinnten in klösterlicher Gemeinschaft (Vita communis). Während eines
Besuchs in der numidischen Hafenstadt Hippo Regius (heute Annaba, früher Bône,
in Algerien) wurde er 390/391 zum Priester geweiht, um den dortigen Bischof Valerius zu
unterstützen. Auch in Hippo setzte er sein klösterliches Leben im sogenannten
Gartenkloster fort. Nachdem er 395/396 dem Valerius im Amt des Bischofs nachgefolgt war,
gründete er in seinem Bischofshaus ein Kloster, in dem er mit den Klerikern der Stadt
ein gemeinsames Leben führte.
Augustinus starb während der Belagerung der Stadt Hippo durch die Vandalen am
28. August 430. Seine Reliquien werden heute in der Kirche San Pietro in Ciel d'Oro in Pavia bei Mailand verehrt. |